Multifunktionale Betondecken für behagliche Bürowelten

Hochbaudecken im Wandel

Die Konzepte für Bürogebäude und deren Flächengestaltung unterliegen derzeit einem Wandel. Innerhalb der letzten Jahre wurde die Flachdecke gegenüber der Unterzugsdecke stark propagiert. Der Grund dafür lag in der Möglichkeit, alle Installationen der Haustechnik unterhalb der Decke ohne störende Unterzüge frei verlegen und befestigen zu können. Bereits zu dieser Zeit wurde die Tragkonstruktion von den Anforderungen an die Haustechnik bestimmt. Aktuell bestimmt die Gebäudetechnik erneut den Tragwerksentwurf. Denn die Energiewende ist maßgeblich mit der Forderung nach einer energieeffizienten Bauweise verknüpft. Die Reduktion des Energieverbrauchs betrifft sowohl Einsparungen im Primärenergieverbrauch als auch die Minimierung des Verbrauchs für den Betrieb der Gebäude. Erste Versuche zur Erfüllung dieses Ziels wurden bereits mit der Implementierung der thermischen Bauteilaktivierung  innerhalb des tragenden Betonquerschnitts unternommen.

Zugleich fordern Bauherrn, Nutzer und Planer von modernen Bürowelten mehr Flexibilität in der Raumnutzung und ein hohes Maß an Behaglichkeit ein. Somit geht es heute nicht mehr nur um Konzepte, die voneinander isoliert betrachtet werden. Hochwertige Gebäude entstehen durch die Interaktion von Gebäudestruktur, – hülle und –technik unter Einbezug von erneuerbaren Energien. Nur dann werden die ökologischen und ökonomischen Forderungen erfüllt.

Gemäss der aktuellen Ankündigung zu dem im Februar 2016 vorgesehenen Kooperationsforum „Energieeffiziente Architektur – Motor der Energiewende“ geht es um die folgenden Aspekte [1]:

Voraussetzung für ein energieeffizientes Gebäude ist eine integrale Planung. Aufgrund der hohen Komplexität von Produkten und Technologien im Bau- und Energiebereich sowie aufgrund immer differenzierterer Normen und Gesetze ist regelmäßig eine frühzeitige und interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachleute erforderlich. Hierbei kommt den Architekten und Ingenieuren eine wichtige Rolle zu, da sie von Beginn an bei der Entwicklung neuer Projekte eingebunden sind.

Ein wichtiger Bestandteil dieser zukünftigen Planungskultur stellen die Hochbaudecken dar, allerdings in der aktuellen Ausführung als multifunktionale Betondecken.

Schöne neue Bürowelten

Neben der Energiewende geht es auch um größere Flexibilität in der Gestaltung der einzelnen Räume, sowie um größst mögliche Behaglichkeit, um den Nutzer zufrieden zu stellen. [2].

Die traditionellen Einzelbüros sind aktuell nicht mehr zeitgemäß, aber auch die Großraumbüros sind unattraktiv. Gefragt sind Bürolandschaften.

Der Gestaltung von Büroräumen bzw. von ganzen Bürolandschaften kommt heute eine große Bedeutung zu, denn der Arbeitgeber muss seine Mitarbeiter motivieren. Bei dem Entwurf von Büros geht es somit nicht mehr um die Kostensenkung, sondern um die Produktivitätssteigerung. Innovative Büros sollten ein „Zweites-Zuhause-Gefühl“ erzeugen. Für den Mitarbeiter muss sich ein emotionales Wohlbefinden am Arbeitsplatz einstellen. Um diese neue Bürowelt umsetzen zu können, sind flexibel nutzbare Büroetagen nötig. Ideal für die Büroplaner, wenn große zusammenhängende Flächen ohne Stützen gestaltbar sind. Denn es gilt: je flexibler Büroräume gestaltet werden können, desto höher ist die Drittverwendungsfähigkeit.

Die flexible Arbeitsweise an verschiedenen Schreibtischen wird heutzutage mit einem Mix aus offen gestalteten Bürolandschaften und traditionellen Zellenbüros umgesetzt. Das Einzelbüro wird für das konzentrierte Arbeiten und für das vertrauliche Gespräch genutzt. Die kurzen Besprechungen und der gegenseitige Gedankenaustausch finden an Stehtischen oder Sitzgruppen inmitten der Bürolandschaft statt. Die separat angeordneten Konferenzräume bleiben den großen Besprechungen mit vielen Teilnehmern vorbehalten.

Das integrale CEILTEC® Deckensystem

Bei dem CEILTEC® Deckensystem handelt es sich um ein Bauelement, dass an die aktuellen Bedürfnisse hinsichtlich der Energieeffizienz und der Behaglichkeit in modernen Bürowelten angepasst ist. Insbesondere die Integration der Komponenten der Haustechnik in das tragende Deckenelement nimmt maßgeblichen Einfluss auf das Wohlfühlklima und damit auf das Nutzerverhalten [3].

Grundlegend für die Funktionsweise des Deckensystems ist sein Querschnitt, der als Sandwichquerschnitt  die Integration der Haustechnik erst ermöglicht. Er bietet Platz für die benötigten Haustechnikleitungen und die wasserführenden Rohrregister zum Kühlen und Heizen. Spezielle Einbauten in der unteren Deckenplatte ermöglichen eine deckenbündige Integration von weiteren Elementen wie Akustikabsorber, einer Beleuchtung durch LED sowie ein Lüftungssystem.

Moderne Bürowelten zielen mit einem behaglichen Raumklima auf Leistungssteigerung und Produktivität der Mitarbeiter ab. Um dem damit geforderten Standard gerecht zu werden, stellt das Ceiltec® Deckensystem eine Reihe an integrierten Funktionen zur Verfügung:

  • Klimadecke zum Kühlen & Heizen ganz ohne Heizkörper, Deckensegel oder Klimageräte
  • Heizen über angenehme Strahlungswärme ohne Luftumwälzung, da nicht die Luft, sondern die Gegenstände und Umgrenzungsflächen erwärmt werden
  • Wirkung wie eine klassische Kühldecke mit oberflächennahen Rohrregistern in der unteren Schale
  • Heizen und Kühlen erfolgt mit ein und demselben wassergeführten Rohrregister
  • Der Betonkörper, mit den integrierten Rohrregistern wirkt auch als thermischer Pufferspeicher, der Temperaturspitzen ausgleicht, ohne zusätzlichen Energieverbrauch
  • Individuelle Einzelraumregelung, dank achsbezogener Register und schnellen Reaktionszeiten
  • Deckenbündig integrierte Akustikabsorber
  • Deckenbündig integriertes Beleuchtung-System über LED
  • Lüftung im System der Akustikabsorber integriert
  • Glatte und durchgängige Deckenuntersicht ohne Absätze von Deckenkoffer, etc.
  • Eine robuste und geschützte Haustechnik ist in dem Deckenquerschnitt integriert

Als Ersatz für eine konventionelle Lösung, bestehend aus tragender und abgehängter Decke stellt CEILTEC® ein außerordentlich kompaktes Deckenpaket zur Verfügung. Kompakte Abmessungen führen zu einem geringeren Gebäudevolumen mit den Auswirkungen auf die Errichtung und den Betrieb des Gebäudes.

Leistungssteigerung und Produktivität

Die im Deckensystem integrierten Funktionen beeinflussen die Behaglichkeit des Nutzers in den zugehörigen Räumen. Die wiederum wirkt sich besonders positiv auf die Produktivitätssteigerung der Mitarbeiter aus. Hauptsächlich werden ihre Sinneswahrnehmungen wie folgt angesprochen:

Die visuelle Wahrnehmung im Büroalltag hängt stark mit der architektonischen Raumwirkung zusammen. Um eine hohe Produktivität zu erzielen, ist es wichtig sich zu fokussieren, denn bereits die kleinsten Reize verleiten den Menschen zur Ablenkung. Das Ceiltec® Deckensystem bietet als kompaktes Element mit den integrierten Elementen viele Vorteile, um die Konzentration zu fördern und zu unterstützen. Beispielsweise spielt die klare Raumwirkung (klare Raumproportionen/klare Linien) mit deckenbündig integrierten Elementen eine große Rolle dabei. Der einheitlich und in sich stimmig wirkende Raum überzeugt durch klare Raumkanten und vermittelt somit Ruhe und Ordnung. Der Verzicht auf abgehängte Elemente wie Leuchten, Lüftungs- oder Klimageräte oder aufgestellte Heizkörper trägt dazu bei.

Akustische Wahrnehmung

Auch Lärm und Geräusche beeinflussten die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Leistungsfähige raumakustische Maßnahmen werden direkt im Deckensystem integriert. Als störend empfundene Geräuschquellen wie Lüftungs- oder Klimaanlagen sind von Beginn an nicht vorhanden.

Physische Wahrnehmung

Behaglichkeit und Wohlempfinden am Arbeitsplatz zählen zu den Hauptfaktoren für leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter. Dieses Gefühl erreichen wir über die Klimatisierung der Büroräume, die sanft „von oben“ kommt. Strahlungsenergie, die mit der Sonnenstrahlung zu vergleichen ist, wärmt die Büros angenehm im Winter und kühlt diese erfrischend im Sommer. Das ganze geschieht ohne lästige Klima- oder Heizgeräte und Staubaufwirbelungen gehören der Vergangenheit an. Daneben spielt auch die integrierte Lüftung im System eine große Rolle.

Das Meinungsforschungsinstitut Gallap hat herausgefunden, dass engagierte Mitarbeiter mit einer hohen Bindung an das Unternehmen 3,8 Tage wegen Krankheit fehlen. Bei geringem Engagement und Bindung fehlen sie sogar bis 8,8 Tage [4].

Wirtschaftliche Aspekte beim Gebäudebetrieb

Die kompakte Bauweise spart Volumen und damit Unterhaltskosten. Die im Sandwichquerschnitt gezielt angeordneten Rohrregister nutzen das umgebende Material um das Raumklima kurzzeitig zu beeinflussen, ohne zusätzliche Energie zu verbrauchen. Es handelt sich um den Selbstregeleffekt.

Das CEILTEC® Deckensystem leistet nicht nur einen Beitrag zur Produktivitätssteigerung der Mitarbeiter und zur Kostenoptimierung für den Bauherren, es ist dabei auch noch sehr energieeffizient und leistet einen Beitrag zur tagesaktuellen Umweltsituation bzw. der angestrebten Energiewende.

Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Zeit im Büro und daher liegt es in der Verantwortung und Zielsetzung der Arbeitgeber, den Arbeitsplatz durch neue Technologien und Systeme zu optimieren. Das CEILTEC® Deckensystem ist Schnittstelle zwischen Funktionalität, Flexibilität und Effizienz, die durch die Faktoren Licht, Lärm, Klima und Lüftung erheblich beeinflusst werden.

 

Umsetzung mit der multifunktionalen Betondecke für das Bürogebäude redONE in Freiburg

Für den Neubau des Bürogebäudes „redONE“ in Freiburg hatte der Bauherr bereits sehr frühzeitig die Vision, mit den aktuellen Möglichkeiten und Bauprodukten moderne Bürowelten zu schaffen. Um diese Ziel zu erreichen, hat er sich für den Einbau der Deckenkonstruktion Ceiltec® entschieden, die maßgeblich zu dem gewünschten Raumklima beiträgt und damit die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter positiv beeinflusst. In diesem Zusammenhang wird der Bauherrn zitiert [5]: „ Dieses Gebäude wird einzigartig, was die heutigen Büroarbeitswelten angeht. Das geplante Gebäude bietet Menschen eine anspruchsvolle, individuelle Arbeitsumgebung“.

Das Gebäude beindruckt bereits in seiner Umgebung durch die attraktive Hülle aus Cortenstahl. Um einen inneren Lichthof herum werden die Büroflächen der einzelnen Geschosse angeordnet. Die innere Gestaltung sieht Büroflächen mit einem Mix aus offen gestalteten Bürolandschaften und traditionellen Zellenbüros vor. Die für die Behaglichkeit verantwortliche Deckenkonstruktion beinhaltet die vorgenannten Aspekte wie Heizen/Kühlen inklusive der individuellen Steuerung, die integrierte Lüftung, die Raumakustik und die integrierte Beleuchtung. Das vorgefertigte Deckenelement mit dem für die Integration der Haustechnik maßgeblichen Sandwichquerschnitt berücksichtigt die vorgenannten Komponenten bereits bei der Fertigung im Werk. Die einzelnen Einbauteile wie die Rohrleitungen, die Kästen für die dezentralen Heizverteiler, die Aussparungen für die Akustikabsorber, die zugehörigen Lüftungsauslässe und die Elektroleerrohre inklusive der Elektrodosen werden gemäß der integralen Planung werkseitig in der Betonplatte berücksichtigt. Ergänzend werden dann die Leitungen der einzelnen Elementplatten nach der Montage verlängert bzw. an die Auslässe angeschlossen. Nach dem Zusammenschluss aller Leitungen wird das jeweilige Leitungsnetz auf Dichtigkeit geprüft, bzw. bei den Elektroleerrohren auf Durchgängigkeit kontrolliert. Mit dem Einbau der oberen Schale des Sandwichquerschnitts ist die tragende Platte komplettiert und alle Leitungen in dem Deckenhohlraum angeordnet. Die Decke im Rohbauzustand ist im Hinblick auf die Funktionen der Haustechnik bereits voll funktionsfähig, sofern der Anschluss an die vertikalen Leitungen im Schacht erfolgt ist. Lediglich der Einbau der Akustikelemente und der Anschluss der Elektro- und Steuerelemente erfolgt in der Ausbauphase.

Als Ergebnis verbleibt eine glatte Betondecke mit den teilweise unsichtbaren Elementen zum Heizen/Kühlen, für die Lüftung und den sichtbaren Absorber für die Raumakustik. Da fast alle Aussparungen für die Absorber mit einem Strom- bzw. Steueranschluss versehen sind, werden diese Elemente direkt an dem Streifen angebracht. Dies betrifft z.B. die Brandmelder und die Beleuchtungskörper, die direkt auf dem Absorberstreifen angebracht sind. Die beigefügten Bilder vermitteln einen Einblick in die Herstellung der multifunktionalen Deckenkonstruktion, die Montage auf der Baustelle und zeigen das fertige Produkt in der Anwendung für moderne Bürowelten.

 

 

 

 

 

 

Literatur

 

[1]       Bayern innovativ; Energiecluster: Einladung zum Kooperationsforum:         „Energieeffiziente Architektur – Motor der Energiewende“, 15.02.2016 München

[2]       Schöne neue Arbeitswelten; Handelsblatt Nr. 235, Dezember 2014

 

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